|
Hirsch, Otter, Biber, ... : Bleiben Sie da, wo Sie sind und genießen Sie die Begegnung. Wenn das Tier aus dem Blickfeld verschwindet, lassen Sie es in Ruhe und verfolgen Sie es nicht. Tiere, die verfolgt werden, geraten in eine Stress-Situation. Sie müssen ihre normalen Aktivitäten unterbrechen, um eine sichere Stelle zu suchen. Wenn die Tiere gestört werden, kann dies gravierende Folgen haben für deren Kondition und für die ihrer Jungen. Zu den Biber ist zu ergänzen, dass es besser ist das Tier nachdem Sie es gut gesehen haben in Ruhe zu lassen. Die Biberrevieren sind sehr klein und die Tiere können deshalb nicht wirklich flüchten (die Nachbarn würden angreifen und zubeissen). Wünschen sie das Tier einen schönen Abend und paddeln oder fahren sie ruhig weiter.
Kraniche: Bleiben Sie, wenn Sie Kraniche sehen, immer auf Abstand. Sind Sie mit dem Auto unterwegs, bleiben Sie dann in Ihrem Auto! Diese Tiere sind äußerst scheu (Fluchtabstand “Auto” 200 m) und wenn sie die Flucht ergreifen, ist das zwar ein schöner Anblick, aber ein sehr schlechtes Zeichen. Die Tiere sind auf Durchreise und müssen noch viele Tausende Kilometer fliegen. Sie brauchen jedes Gramm Energie - die sie aufnehmen, während sie ungestört äsen - um unversehrt weiterziehen zu können. Dies gilt übrigens auch für Gänse, Schwäne und alle andere Vogelarten, die während des Zuges von ausreichend Nahrung und Ruhe abhängig sind. Auch hier gilt: Geduld lohnt sich. Wenn Sie sich ruhig verhalten, werden die Kraniche und andere Vögel von sich aus immer näher kommen.
Wandern/Radfahren: Bleiben Sie auf den (Rad-)Wanderwegen und halten Sie Hunde an der Leine. Tiere sind daran gewöhnt, dass Sie auf den Wegen bleiben. Bewegen Sie sich quer durch ein Gebiet, nehmen die Tiere Ihren Geruch an unerwarteten Stellen auf. Dies kann zu Panik führen. Vor allem das Geschnüffel von Hunden (das gilt auch für die Kleinen, auch diese riechen nach Raubtier) kann gravierende Folgen haben. Rehe können z. B. in Panik geraten und ihre Kälber vorzeitig werfen.
Wild Übernachten (im Zelt, Motorboot usw): Die romantische Stelle mit nur Deinem Zelt und nichts als Natur um Dich herum ist ein herrlicher Traum aber leider ein Albtraum für die Natur. Auch wenn Sie zu den Leuten gehören, die ihren Müll wieder mitnehmen, Sie sind immer einen Störfaktor und das unabhängig davon, ob Sie Naturliebhaber sind oder nicht. Als “Camper im Freien” tragen Sie auf direktem Wege dazu bei, dass scheue und seltene Tiere, wie z.B. der Fischotter, mit ernsthaften Problemen konfrontiert werden. Als “Übernachter im Freien” stören Sie nicht nur, sondern Sie verstoßen auch gegen Gesetze. Die Zahl der legalen Übernachtungsmöglichkeiten im Naturschutzgebiet Peenetal ist zwar sehr eingeschränkt, aber wenn Sie sich zuvor informieren, sind ausreichend naturverträgliche Stellen für Ihr Zelt zu finden (z.B. unter www.mv-maritim.de).
Kanu fahren: Das Kanu an sich ist ein angenehmes Mittel, die Natur etwas näher zu betrachten. Sie bewegen sich relativ lautlos und werden weniger schnell als etwas Gefährliches betrachtet, als wenn sie sich zu Fuss durch ein Gebiet bewegen. Gleichzeitig aber kann die höhere Bewegungsfreiheit, die Ihnen ein Kanu auf dem Wasser bietet, dazu führen, dass Sie die Natur empfindlich stören. Die folgenden Hinweise helfen Ihnen dabei, mehr zu sehen und weniger zu stören: Haltet Abstand vom Ufer. So haben Sie einen besseren Blick auf das was sich dort abspielt. Fahren sich nicht über/durch Wasserpflanzen. An den Wasserpflanzen setzen z.B. Libellen und Fische ihre Eier ab. Ausserdem gibt es mehrere Vogelarten, die sehr unauffällige Nester aus Wasserpflanzen oder gar aus Abfällen bauen. Derartige Nester liegen immer mehr oder weniger locker zwischen den Pflanzen, sind nicht zu erkennen und gehen kaputt, wenn Sie daran vorbei oder darüber fahren. Fahren Sie nicht in jedes Seitengewässer. Vor allem die Gewässer, die in unseren Augen als sehr spannend erscheinen, sind manchmal genau die Stellen, wo auch die verschiedensten Tiere ihre Ruhe finden. An einige Stellen im Peenetal finden Sie Tafel, die die befahrbaren Gewässer zeigen. Möchten Sie in ein Seitengewässer herein, nehmen Sie sich dann genügend Zeit, um an der Einfahrt etwas zu treiben und zu schauen, ob etwas passiert. Gibt es dort Tiere, halten Sie Abstand, genießen Sie das Geschehen und paddeln Sie weiter (also am Seitengewässer vorbei). Gehen Sie bitte nicht auf “Bibersafari”. Nachtpaddeln führt zu Störung der Natur. Merken Sie sich bitte, dass ein Biber, der nicht wegschwimmt, auf Ihr Boot zukommt oder auf das Wasser klatscht, nicht zahm oder ohne Angst ist. Das Tier handelt nur so, weil es auf seine Art versucht, Sie zu vertreiben. Dieses “Missverständnis” zwischen Mensch und Biber verursacht immer wieder Stress im Biberrevier. Wenn die Sonne untergeht sollte es ruhig sein im Naturgebiet. Auch die Adler und Reiher wollen mal schlafen.
|